Das Wasserfallmodell der Softwareerstellung ist einfach nicht totzukriegen. Zwar scheitern immer wieder Projekte, die dieses Modell verwenden spektakulär, aber das liegt sicher nur an dem Unvermögen der Beteiligten.
Es lebt sich halt so schön mit dem Wasserfallmodell. Da schreibt man erst in aller Ruhe seine Lasten- und Pflichtenhefte, macht großartige Projektpläne und verteilt Aufgaben (heute möglichst international). Dann haben alle erst mal monatelang ihre Ruhe. Es gibt nichts, was die Theorie eines stetigen Projektfortschritts stört.
Wenn dann der vorgesehene Ablieferungstermin naht, werden alle etwas nervös. Das ist dann die Gelegenheit Karriere zu machen. Das Projekt hat jetzt die volle Aufmerksamkeit des Managements. Man kann in den Krisensitzungen wunderschön Kontakte mit wichtigen Leuten knüpfen.
Wenn es dann schief geht, müssen bei Auftraggeber und -nehmer geeignete Sündenböcke gesucht werden. Alle anderen haben doch alles richtig gemacht.
Nicht selten geht es im letzten Moment dann doch noch gut. Dann nämlich, wenn das Management in seinen Krisensitzungen das Entwicklungsteam ganz vergessen hat. Dieses organisiert sich nun selbst, da keiner mehr Zeit für die alten Regeln hat. Wenn man nachträglich das jetzt verwendete Vorgehen betrachtet, erkennt man meist große Ähnlichkeiten mit Vorgehensweisen, die in agilen Projekten geplant benutzt werden. Aber psst, nicht weitersagen.
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