Sonntag, 21. Oktober 2007

Sprache, menschliche

Bei der Erstellung von Software hat man es nicht nur mit Computersprachen zu tun sondern auch mit der menschlichen Sprache. Dabei stellt sich häufig heraus, daß die menschliche Sprache das größere Problem ist. So ist die menschliche Sprache nicht konstant, sondern wird ständig erweitert und geändert. Im Prinzip benutzt jede Gruppe von Menschen eine unterschiedliche Sprachen. Dies merkt man zum Beispiel daran, daß man sehr schnell in der Kantine erkennt, in welchem Projekt ein Kollege arbeitet, allein an der Sprache die er in seiner Unterhaltung mit Kollegen verwendet.

Zudem ist die menschliche Sprache nicht kontextfrei. So hat das Wort "Decke" z. B. für einen Anstreicher eine andere Bedeutung als für einen Bettenverkäufer.

Wenn man sich in ein neues Thema einarbeitet, ist der erste Schritt, die Sprache zu verstehen, mit der die Fachleute über dieses Thema reden. Damit hat man dann auch die gedankliche Struktur verstanden, da wir in der Regel sprachlich denken.

Es ist daher enorm wichtig, daß in einem Softwareprojekt alle Beteiligten eine gemeinsame Sprache finden. Daher sollte auch eines der ersten Dokumente, das in der neuen Projekten angelegt wird, das Glossar sein. Darin wird jedes Projekt spezifische Wort definiert.

Ohne ein solches Glossar ist es z. B. auch fast unmöglich, Projektdokumentation in eine andere Sprache zu übersetzen, da dem Übersetzer in der Regel der Kontext fehlt. Hierbei muß dann das Glossar zuerst von Fachleuten übersetzt werden, ehe die restliche Dokumentation auch allgemeinen Übersetzern übergeben werden kann.

Daß die Kontextinformation enorm wichtig ist, sieht man sehr leicht an den Grenzen der automatischen Übersetzung. Genau das ist nämlich der Grund, weshalb die Übersetzungen zum Beispiel in Babelfish häufig eher spaßig als nützlich sind.

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